Newsletter Oktober 2022




Hallo ihr Lieben,


es ist lange her – und viel ist passiert, seitdem ich euch das letzte Mal aus Kenia berichtet habe. Die kleinen und großen Höhen und Tiefen des Lebens und aller Projekte sind manchmal schwer in Worte zu fassen. Intensive Monate liegen hinter mir, denn ich habe Anfang des Jahres begonnen, mein eigenes zu Hause hier zu bauen. Ein Abenteuer, das so viel Aufmerksamkeit, Kreativität, Geduld und Humor von verlangt, dass ich Bücher füllen könnte...


Das heißt nicht, dass unser Schulprojekt Kandongu und Projekt FaMoja stillstehen, im Gegenteil. Auch sie haben viel Aufmerksamkeit verlangt, aus verschiedenen Gründen, mehr dazu in meinem Artikel "Ein langes Jahr oder How to build a House in Kenya".

Seit August kehrt etwas Ruhe ein, die Präsidentschaftswahlen sind endlich vorbei, große befürchtete Stammesauseinandersetzungen sind ausgeblieben und das Leben verläuft wieder in "normalen" Schienen, soweit normal hier eben existiert... Lebensmittel- und Benzinpreise sind bisher nicht (wie erhofft) gesunken, Kriminalität steigt und das ist ein Grund, warum verschiedene Projekte länger als geahnt auf ihren Startschuss warteten.


Und so danke ich für euer Vertrauen, eure Geduld und hoffe, dass ihr euch an den doch nicht unerheblichen Entwicklungen hier genauso erfreuen könnt wie ich und wir, wir sind auf jede einzelne stolzer denn je!

Bleibt dran, wir bleiben es auch und sind so dankbar für das Netz an Unterstützenden, das uns seit Jahren den Rücken stärkt!

Mit Herzensdank sende ich euch alles Liebe aus Kenia,

Jana


HIER geht's zum Artikel "Ein langes Jahr oder How to build a House in Kenya"

HIER geht's zum Artikel "Have you ever felt the Rain? Wie ich an die Heiligkeit des Reegens erinnert wurde"

(Diesen zweiten Artikel verfasste ich bereits Anfang des Jahres. Er ist in diesen Tagen aktuell wie nie, denn wir warten stündlich auf die ersten Regengüsse, die nach altem Gesetz zwischen dem 15. und 20. Oktober einsetzen. Die Felder sind bestellt, noch ist keine Wolke in Sicht.)



Schulprojekt Kandongu


Obwohl wir einige SchülerInnen in diesem Jahr aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation verloren haben, hält Direktor Br. Francis Macharia weiterhin den Kopf über Wasser und wir konnten einige notwendige Maßnahmen durchführen:

Neue Schultoiletten für die Kinder 1000 Euro: Die neuen Schullatrinen tragen zur Verbesserung der hygienischen Bedigungen bei und erfüllen somit die neuesten Bestimmungen, auf die jede kenianische Schule zum Ende des Jahres hin geprüft werden.



Brunnen-Erweiterung 400 Euro: der Wasserspiegel sinkt weiter, sodass unser 2020 gegrabene Brunnen die Wasserversorgung der Schule nicht mehr sicherte. Für 400 Euro wurde er tiefer und weiter gegraben, für den Moment fließt nun wieder genügend Wasser für den täglichen Schulverbrauch nach.


Renovierung Klassenzimmer 1400 Euro: 4 Klassenzimmer haben einen neuen Boden bekommen, die vielen Löcher und Risse in den 10 Jahre alten Zementböden stellten eine Gefahr im Schulalltag dar.

Nächstes Ziel: Solarstrom 2500 Euro


Die gesamte Schule mit Solarstrom zu versorgen ist ein ambitioniertes und wichtiges Ziel (die Stromkosten belaufen sich im Moment monatlich auf 100 Euro, Tendenz steigend, das ist ca. ein Lehrergehalt). Für den ersten Schritt, die Versorgung des Gemeinschaftshauses der Brüder auf dem Schulgelände, rechnen wir mit 2500 Euro Kosten.

Projekt FaMoja


Es ist das erste Jahr unserer Projektes seit dem Kauf des Farmlandes. Ja, Herausforderungen gab es viele, doch wir sind mit ihnen gewachsen und können erste Erfolge verzeichnen, die uns Stabilität geben, für alles, was kommt:


(FaMoja-Mitglied Zipporah freut sich über erste Früchte unseres Orangenbaums)


Brunnenprojekt + Solarpumpsystem abgeschlossen: 3000 Euro

Endlich! Nach gescheiterten Versuchen wegen Gesteinsschichten im Boden, haben wir erfolgreich einen Brunnen gegraben, den wir den "Zauberbrunnen" nennen, so ergiebig ist er! Ein Stand für den Wassertank, ein Stand mit Solarpanelen, eine Solarpumpe und Wasserleitungen wurden erfolgreich installiert. So kann jetzt glasklares Wasser durch die Kraft der Sonne in der gesamten Farm verteilt werden, ohne dass wir unseren Fluss direkt anzapfen zu müssen (das wäre eine Grauzone). Ein Meilenstein!

Mein Herzensdank gilt hier besonders der Redaktion des Gränzboten Tuttlingen und allen Unterstützenden während der Weihnachts-Spenden-Aktion im vergangenen Jahr!


Arbeiter-Hütte: 500 Euro

Die errichtete traditionelle Hütte aus Backsteinen und Grasdach als Wohnhaus für unserern Farmarbeiter James ist die wichtige Grundlage zur Weiterentwicklung des Projektes. Seine Möglichkeit, auf der Farm leben zu können bietet den nötige Schutz vor Diebstählen vor Ort und spart uns Miet- und Anfahrtskosten für Arbeitskräfte.


Arrowroot-Farm (Pfeilwurz): 200 Euro

Das Anlegen einer Arrowroot-Farm ist durch die gesicherte Wasserversorgung sinnvoll und lukrativ. Unser Ziel: Mit der Ernte bezahlen wir das monatliche Gehalt unseres Farmarbeiters von umgerechnet 100 Euro. Alle 3-4 Monate erwarten wir eine Ernte. Darüber hinaus wurden 20 neue Bananen gepflanzt, ein Gemüsegarten, ein Erdnuss- und Süßkartoffelfeld angelegt.


Nächstes Ziel: Bau Gemeinschaftshaus 20.000 Euro


(Unterm Mangobaum: Beim Ideenspinnen zum Hausprojekt mit den Projektmitgliedern)


Seit über einem Jahr sammeln wir für dieses Großprojekt und so viel Unterstützung durften wir schon erhalten, über 11.000 Euro! Herzlichen Dank!

Das Gemeinschaftshaus soll das Herzstück des Projektes werden, ein Ort, an dem die Mitglieder und Gäste der lokalen Gemeinde sich verbinden können und wo Bildungsangebote z.B. zum Thema nachhaltige Landwirtschaft einen Raum finden. Darüber hinaus ist es die Grundlage für die zukünftige Erweiterung des Projekts um kleine Gäste-Öko-Hütten, mit denen durch lokalen Tourismus eine finanzielle Autarkie des Projektes gewährleistet wird.


Die hohen Preise und die bislang instabile Sicherheitslage um unser Projektland haben uns noch nicht erlaubt, mit dem Bau zu beginnen. Doch die Pläne stehen für ein flexibles, semi-permanentes Gebäude mit großem Gemeinschaftsraum und zwei Schlafräumen, zu größten Teilen aus Naturmaterialien. Professionelle Baupläne stehen uns dank der kreativen Unterstützung meines Onkels schon zur Verfügung. Nun gilt es die richtige professionelle Unterstützung vor Ort zu finden, denn ohne geht es nicht. (Mehr dazu in meinem Artikel "How to build a House in Kenya").


Die erste Bauphase soll noch in diesem Jahr starten, ich werde dazu in einem gesonderten Newsletter berichten.



Im Namen von beiden Projekten möchte ich mich von Herzen bei Akifra e.V., FAKT e.V., bei der Redaktion des Gränzboten Tuttlingen und bei jeder einzelnen untersützenden Hand in diesem Jahr bedanken.


Ich wünsche jedem und jeder von euch, dass dieses Jahr als eines zu Ende geht, das Gesundheit, Freude und Dankbarkeit hinterlässt und für alles Kommende viel Glückliches verspricht.

Herzlich, Jana



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Hallo, ich schreibe für  euch live aus Kenia!

Die Diskrepanz zwischen dem, was wir glauben über weit entfernte Realitäten zu wissen und der tatsächlichen Selbstwahrnehmung von Menschen vor Ort, wird für mich besonders in dieser Zeit der 'globalen Krise' sichtbar. Njoki erschafft Beiträge, die...

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