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Newsletter Dezember 2025

  • Autorenbild: Jana Winterhalter
    Jana Winterhalter
  • 7. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

"Tomorrow Will Take Care Of Itself" (Weisheit der Kikuyu)




Hallo ihr Lieben,


es ist wieder soweit, ein Jahr neigt sich dem Ende - und ich kann es kaum glauben. Nie hätte ich vor einem Jahr gedacht, als ich durch so manche Sinneskrise ging, dass sich alles so entwickeln könnte, wie ich es heute berichten kann. Ich habe so viel Mutmachen, so viel Unterstützung und so viel wunderbaren Gemeinschaftsgeist von euch und hier vor Ort erfahren und kann sagen: Ich bin so stolz auf unser Schulprojekt, auf unser Community Projekt FaMoja und natürlich auch etwas auf mich!;)


Zur Mitte des Jahres wurde ich sehr krank und konnte mich selbst um nichts mehr kümmern, nicht in meinem zu Hause, nicht in den Projekten, nicht um mein Einkommen. Die Hilfe und Unterstützung, die ich zu dieser Zeit aus meinem Dorf hier in Kenia und aus Deutschland erfahren habe, ist für mich noch immer kaum in Worte zu fassen. Keinen Moment war ich alleine, die Dorfgemeinschaft kam zusammen, um mich zu jedem Zeitpunkt in guter Betreuung und seelischer Stabilität zu wissen, auch von Menschen, deren Namen ich bis dahin noch nicht einmal kannte. Bis jetzt bin ich bin tieder Dankbarkeit für diese Erfahrung erfüllt.


Für mich steht dieses Jahr also im Zeichen der Gemeinschaft und des Vertrauens, dass alles am Ende gut wird, auch und gerade das, was nicht in unserer Hand liegt. "Tomorrow will take care of itself" ("Morgen wird sich um sich selbst kümmern") ist eines meines Lieblingssprüche der Kikuyu Gemeinschaft, mit der ich lebe.


Ich wünsche jedem und jeder von euch, dass du in dieser besonderen Zeit zwischen den Jahren Dankbarkeit für die großen und kleinen Geschenke in deinem Leben finden kannst und dass du Vertrauen spürst, in all die Dinge, die ungewiss erscheinen.


Danke für Dich und dass du Teil dieser Familie bist!


In diesem Newsletter erfährst du alle Erfolge von 2025 aus meinen Projekten und die Ziele für das neue Jahr.


Wenn du ein bisschen tiefer in mein Leben hier in Kenia eintauchen möchtest, kann ich dir meine Magazin- Artikel ans Herz legen. Schau mal rein:





Alles Liebe aus Kenia, Jana



Schulprojekt Kandongu



ERFOLGE


  • Bauprojekt rechtzeitig abgeschlossen - Zukunft der Schule als "Junior Secondary School" gesichtert: Vor genau einem Jahr stand die Zukunft unseres Schulprojekts auf der Kippe. Würden wir es schaffen, sie innerhalb weniger Wochen von einer Grundschule zu einer "Junior Secondary School" umzuwandeln, so wie es das neue Schulsystem urplötzlich verlangte? Würden wir drei neue Klassenzimmer für die neuen Klassen errichten und von den Behörden zertifiziert werden? Oder würden wir es nicht schaffen, dutzende Schüler*innen verlieren und damit die finanzielle Grundlage der Institution auf's Spiel setzen?


    Wir schafften es! Dank euch und einem zinsfreien Kredit einer befreundeten Missionarin vor Ort wurde das ehemalige Brüder-Community-Haus in 3 neue Klasszimmer, inklusive digitalen Tafeln und Laboreinrichtung umgewandelt und ein neues Haus für die Bruder-Gemeinschaft errichtet. Das Fr. Michael Witte Education Centre gilt seit Januar 2025 als zertifizierte "Junior Secondary School" und konnte sich so über einen Zulauf an Schüler*innen für die neu entstandenen Klassen freuen!


Vorher - Nachher: Der Umbau des Community-Hauses (links) in Klassenzimmer stand vor einem Jahr noch in den Sternen. Nur wenige Wochen später zur Eröffnung des Schuljahres, waren daraus wunderschöne Klassenräume geworden.




Das neue Haus der Brüder zieht nach Bauarbeiten über Wochen bis spät in die Nacht nun die Bewunderung des ganzen Dorfes auf sich und wurde im Februar offiziell vom örtlichen Pfarrer gesegnet und eröffnet:




  • Schulfarm macht weiterhin Profit

Auch in diesem Jahr hat die Schulfarm die Schulgemeinde mit Profiten durch den Verkauf von Gemüse (Tomaten, Kohl, Spinat, Zwiebeln) gesegnet. Als eine der einzigen Farmen in de Umgebung kann sie dank unseres Bohrlochs ganzjährig produzieren, die Schulgemeindschaft mit Gemüse und Mais versorgen und Gewinne durch Verkauf erzielen.


  • Dutzenden Kindern und 5 Jugendlichen freie Schulbildung ermöglicht

Vor vielen Jahren stellten wir aus guten Gründen die 1:1 Patenschaften für Kinder aus bedürftigen Familien ein und fokussierten uns stattdessen auf die Unterstützung der grundlegenden Schul-Infrastruktur. Die Rechnung geht weiterhin auf! Dutzende Kinder können durch die Schule selbst gesponsert werden und mit keinen oder niedrigen Beiträgen ihre Bildung genießen. In Einzelfällen werden Jugendliche auch über ihren Grundschulabschluss hinaus in den weiterführenden Schulen unterstützt und leben zum Teil weiterhin an der Schulgemeindschaft, da sie kein angemessenes zu Hause haben. Wir feiern in diesem Jahr den weiterführenden Schulabschluss zweien dieser Jugendlichen und sind sehr stolz auf unsere beiden Schützlinge!



NÄCHSTE ZIELE


  • Bau weiterer Schultoiletten (dringend notwendig um Schullizenz zu behalten!)

Die erfolgreiche Expansion der Grundschule in eine "Junior Secondary School" bringt weitere Herausforderungen mit sich. Unsere Sanitäranlagen (Latrinen) haben ihre Kapazitätsgrenze längst erreicht und mussten wegen Überlauf und Einsturtzgefahr zum Teil gesperrt werden. Das regionale Schulaufsichtsamt droht die Schule zu schließen, sollten wir nich weitere Schultoiletten mit hohem Hygienestandard bauen. Dafür werden mindestens 5000 Euro benötigt, die die Schule sich nicht leisten kann, da sie noch den Restkredit der Umbaumaßnahmen abbezhalt.


  • Abbezahlung Restkredit in 12 Monaten

Dank eurer regelmäßigen Unterstützung konnte bereits die Hälfte unseres Kredits von 10.000 Euro abbezhalt werden. Der Rest muss in den nächsen 12 Monaten getilgt werden. Für eure weitere Unterstützung sind wir hier von Herzen dankbar!


Beim Schulausflug ins Schwimmbad
Beim Schulausflug ins Schwimmbad

Community Projekt FaMoja


ERFOLGE


  • Erschließung Projektgrundstück und Start Aufbau Demofarm:

    Unser neues Projektgrundstück wurde in gemeinschaftlichem Anpacken eingezäunt, mit Wasser versorgt und mit einer ersten Bio-Demo-Farm ausgestattet. Ur-Sorten von Cherrytomaten, Ur-Spinatsorten, die Heilpflanze Hibiskus und Papayas gedeihen bereits prächtig - ohne Zutun von chemischen Pestiziden oder Düngern. Eine Demo-Station zur Herstellung von Dünger aus Farmabfällen ("Bokashi"-Methode) ist eingerichtet und wurde bereits für mehrere Trainings für benachbarte Landwirt*innen benutzt.


  • Youth Circle: Empowerment der "Next Generation"

    Ca. 20 Jugendliche wurden in diesem Jahr durch den "Youth Circle" empowert. Durch gemeinsame Besuche von Bio-Farmen, praktische Workshops z.B. zur Herstellung von Marmelade und gesunden Säften, Gruppengesprächen, Meditationen und gemeinsamen Mahlzeiten wuchsen die Jugendlichen in ihrer Pause zwischen High-School und weiterführender Ausbildung zu Botschafter*innen von nachhaltiger Landwirtschaft, Eco-Preneurship und Community-Care heran.


  • Erwachsenenbildung: Trainings für lokale Farmer*innen

    Über 2 Monate öffnete die FaMoja Demo-Farm die Türen für wöchentliche Trainings für erwachsene Landwirt*innen der Nachbarschaft, um sie in der Herstellung von Bio-Pestiziden, Naturdünger und den Grundlagen biologischer Landwirtschaft und Permakultur zu unterrichten.


  • Jugend-Gruppenprojekt: Zuchtaufbau der "Black Soldier Fly" (Schwarze Soldatenfliege)

    Von Research über Planung und Umsetzung bis zum offiziellen Start wurde dieses Gruppenprojekt durch die Jugendgemeinschaft des "Youth Circles" getragen. Ein Zuchthaus für "Black-Soldier Flies" wurde fertiggestellt und die Zucht hat begonnen. Das in dieser Region unvergleichliche Projekt dient zur Herstellung von Naturdünger und löst die lokale Tierfutter-Krise: proteinreiche Fliegenlarven statt überteuertem, kommerziellem Fisch-, Hühner und Schweinefutter.


Mehr zum "Youth Circle" und dem"Black-Soldier-Fly Gruppenprojekt" findest du in diesem Artikel: "Die Dorfjugend im Fliegenrausch".




NÄCHSTE ZIELE


  • Ausbau der Bio-Demofarm durch 10 Hochbeete:

    Unsere gemeinschaftliche Bio-Demo-Farm soll um ca. 10 Hochbeete ausgebaut werden. Damit bietet sie ein Beispiel zur Lösung für die immer häufiger von Überschwemmung heimgesuchten lokalen Gemüsefarmen. In wasserfesten Hochbeeten aus Stein sollen Ur-Sorten von Gemüse und Heilkräutern angepflanzt werden, die dann in Seminaren für lokale Farmer*innen präsentiert werden können. Zum Einzäunen des Teilgrundstücks, dem Ausbau der Wasserversorgung und für Bau und Bepflanzung von 10 Hochbeeten werden ca. 5000 Euro benötigt.


Ich bin unendlich dankbar: Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir heute hier stehen würden, mit so vielen Erfolgen, mit so viel Impakt, mit so vielen berührten Leben und empowerten Menschen. Ich danke jedem und jeder von euch von Herzen, die mich und uns bis hier begleitet und untersützt haben.


Hab eine wunderbare, friedliche und erfüllte Weihnachtszeit!


Alles Liebe, Jana



 
 
 

Kommentare


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Hallo, ich schreibe für  euch live aus Kenia!

Die Diskrepanz zwischen dem, was wir glauben über weit entfernte Realitäten zu wissen und der tatsächlichen Selbstwahrnehmung von Menschen vor Ort, wird für mich besonders in dieser Zeit der 'globalen Krise' sichtbar. Njoki erschafft Beiträge, die...

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